Täglich frische Fische - der Fischerhof
Hinter der aufwändig rekonstruierten Stadtmauer hängen unzählige Fischernetze auf Holzstangen gespannt. Was aussieht wie romantische Dekoration ist Arbeitsalltag von Fischer Mario Weber. "Naja, die müssen ja irgendwie trockenen", schmunzelt der Fischer. Mit ein paar schnellen Handgriffen flickt er eines der Netze und lässt den Blick über die Havel streichen. Aus den Räucheröfen dicht am Wasser schlängeln sich kleine Rauchfahnen, der Wind treibt den Duft direkt in die Nase. In den Netzen an den Bootsstegen tummelt sich der Tagesfang.
Mario Weber, der Fischer hinter der Stadtmauer, gehört zu Potsdam wie die Havel und die Schlösser. In einschlägigen touristischen Beschreibungen ist er stets zu finden. 1452 vergab der König persönlich die Fischereirechte.
Jeden Morgen sommers wie winters legt Mario Weber vor der Stadt seine Netze aus und verkauft seinen Fang ab 12 Uhr fangfrisch an die Potsdamer.
Er bietet Aale, Zander, Hechte, Barsche und andere Flussfische an, aber auch Zuchtfische, wie Lachs und Forellen. Havelzander ist eine wahre Spezialität und fehlt in keinem deutschen Kochbuch. Neben frischem Fisch, bietet der Fischer auch Geräuchertes an.
Der würzige Duft der Räucheröfen und das alte Kopfsteinpflaster der Großen Fischerstraße versetzen Besucher in eine andere Zeit. Die kleine Holztür in der Stadtmauer gibt den Blick frei auf den Fischerhof und die Havel. Gleich nebenan hat Gustav, Potsdams altes Dampfschiff, sein Domizil.
Öffnungszeiten: Mo - Do 12 - 16 Uhr, Freitag 11 - 17 Uhr.